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Der Ball - kein Tor in Sicht, aber trotzdem ein Volltreffer

Hey!

Ich trete vom Gehsteig auf den gepflasterten Platz vor der Halle. Sie ist hoch, hat ein kuppelförmiges Dach und sieht recht modern aus. Davor stehen Menschen. Viele Menschen. Jungen, Mädchen, Männer, Frauen, Brüder, Schwestern, Eltern und ihre Kinder. Die Mädchen in hübschen Kleidern. Schwarz, grau, blau, grün, rosa, rosé, violett und rot. Das ganze Spektrum. Jetzt stellt sie der Fotograf auf. Nach Farben sortiert. Ausnahmsweise sieht es so aus, als ob sie, die Masse, das Kollektiv, ob es wüsste, was es tut. Denn die Sortierung funktioniert einwandfrei. Die Eltern schauen ihren Kindern dabei zu. Am Eingang drängen sich schon die Gäste in den Saal. Lange Tischreihen sind aufgebaut. Zehn an der Zahl. In der Mitte eine breite Gasse um genügend Platz für den Einlauf zu gewähren. Ich betrete diesen Saal gemeinsam mit meinen Freunden. Wir suchen uns einen freien Tisch. In der Nähe der Bar und sehr weit von der Tanzfläche entfernt. 
Es ist der Elefant im Raum. Tanzen möchte ich nicht. Kann ich auch gar nicht. Trotzdem habe ich mich in letzter Minute noch umentschieden. Ich bin gekommen. Zu groß war der Drang, es miterleben zu wollen, weil eine Veränderung anstand. Eine unausweichliche. Ich hatte damit gerechnet, dass ich wohl den Abend viel damit verbringen würde, auf die Dinge meiner Freunde aufzupassen, während sie tanzten. Das Geld, das ich bei mir trage, schränkt meine Chance auf einen Kater am nächsten Morgen drastisch ein. Drei Mixgetränke auf meinen recht leeren Magen hatten genügt um mir noch bis zum nächsten Morgen einen flauen Magen zu bescheren. Die ersten Stunden verstreichen. Die Leute kommen und gehen. Mal die einen, mal die anderen. Mal ein Foto hier, mal ein kurzes Luftschnappen da. Es wird sich über den Preis des Sektes beschwert und dann wird angefangen sich am Auto draußen auf dem Parkplatz zu betrinken. Ich mache eine suspekte Bekanntschaft mit der besser proportionierten Schwester eine Mitabiturientin. Hübsch ist sie. Witzig scheint sie auch zu sein. Doch der Anlass, weshalb sie zu mir an den Tisch trat ist mir suspekt. Ein anderer Abiturient kam mit ihr herüber. Nichts suspektes bisher. Es ist aber nicht ihr Freund. Zumindest vermute ich das. Er hat eine, für meine schmalen sozialen Verständnisse zu mysteriöse, Art, welche es mir unmöglich macht ihm auch nur ein Wort über meine Person zu glauben. Zu wenig verstehe seine Muster. Zu wenig weiß ich welche wahren Gefühle er gegenüber bestimmten Personen hegt. Sie ruft in mir genau das selbe Gefühl von Unsicherheit, Verwirrung und Unwohlsein hervor. Sie hat kein Interesse an mir. Ich bin gar nicht ihr Typ. Wenn die Annahmen stimmen, passt sie in das selbe Schema, wie die meisten, welche die Freunde ihrer Schwester sind. Ich bin auch gar nicht der Grund warum sie an meinen Tisch getreten ist. Es war mein Sitznachbar. Ich behalte mein Rolle als Zuschauer bei. Bleibe ein Nebenthema. Es vergeht wieder eine Stunde oder zwei. Es wird Kuchen serviert. Interesse finde ich daran nicht, doch das ist auch nicht tragisch. Mein Magen bedankt sich sicherlich dafür. 
Im Laufe des Abends entwickle ich ein Gefühl dafür, wo jemand sitzt. Wer zu wem gehört und was für soziale Interaktion zwischen, für mich vorher nicht verknüpften Personen, ablaufen. Ich werde von einer Freundin begrüßt, welche mich das erste Mal an diesem Abend sieht. Angetrunken wie die meisten, doch mit offensichtlichen Veränderungen. Ich kann es ihr anhören, doch sie ist nicht so betrunken, wie sie klingt. Wissen tue ich das aber zu diesem Zeitpunkt nicht. Wiedermal fehlen mir Referenzen um das abschätzen zu können. Sie kommt an diesem Abend dreimal vorbei. Beim zweiten Mal soll ich auf zwei Getränke aufpassen, weil sie und ihre Freundin irgendwo hin müssen. Sie gibt mir und ihr einen Spitznamen, welcher meinen Kleidungsstil widerspiegelt. Witzig. Eine andere Freundin erblickt mich. Ein wenig später. Die erste Frage lautet: „Wie lange bist du denn schon hier?“. Meine Antwort: „Schon den ganzen Abend.“. Offensichtlich eine Überraschung für sie. Sie fragt mich was ich denn tun würde und ob ich mit ihr tanzen wollen würde. Im Nachhinein vielleicht keine so schlechte Idee abzulehnen. Ihr Kleid wies ein repetitives Muster auf, welches mir bei vielen Kleidern des Abends auffiel. Aber eines der wenigen blutroten Kleider war. 
Einige Leute kommen für unterschiedliche Zeitperioden vorbei. Warten auf andere. Kommen für ein kleines Gespräch, oder suchen jemanden anderes. Eine letzte Freundin in Begleitung ihres Freundes erreichte mich zu ziemlich später Stunde. „Muss ich dich schleifen, oder kommst du von selber mit?“ „Warum müssen mich denn immer alle zum Tanzen zwingen wollen?“ Eine Antwort, die nicht ausreicht. Aber mein Freund kommt und bietet mir die Gelegenheit doch einmal die Tanzfläche zu benutzen. Ob ich das gerne mache. Ich weiß es nicht. Es fühlt sich richtig an, aber auch irgendwie nicht. Etwas Verunsicherung macht sich in mir breit. In der Menge sehe ich meine Freundin im roten Kleid. Sie tanzt anders, als ich es tue. Zwar auch anders als ich es erst vermutet hatte, doch alle mal anders als ich es könnte. Etwas nervöse Bestätigung ergänzt meine Gefühle. Die Musik ist laut. Der DJ wird auch langsam müde und spielt einige Lieder nun schon zum vierten Mal. Nach zwei Liedern ist aber schon wieder Schluss. Meine Freunde wollen eine Pause. Nach dem erneuten Hinsetzen an unseren Tisch beende ich den Abend für mich und verabschiede mich von allen, die da grade sitzen. Ich gehe nicht auf die Tanzfläche um mich von anderen zu verabschieden. Einen falschen sozialen Status habe ich ihnen gegenüber. Ich ziehe mein Sakko über und laufe los. Bis nach Hause. Am nächsten Tag ist alles vorbei und wieder normal.

Ich merkte, dass ich ein Außenseiter bin. Merkte, Freunde zu haben, welche mich mögen. Und ich merkte, dass es alles irgendwie leichter und schwerer machte, damit abzuschließen. Verlust, seien es auch nur die Leute die man zwar als Freunde beschrieb aber sie einen nicht so sahen, oder man nicht weiß ob sie es tun, Verlust ist schwer für mich. Veränderungen decken das mit ab. Ich bin dankbar für meine Position irgendwo zwischen ihnen. Als Schnittmenge zwischen einigen wenigen. Auf eine Art bin ich der Außenseiter geblieben, der ich war. Doch das ist besser geworden und ich habe viele Freunde gefunden was mich sehr glücklich macht.

Vielen Dank für diesen Abend. Das kommt von Herzen, auch wenn sich keines für mich begeistert. Damit ist niemand im Speziellen gemeint.

Bis bald, Bye Bye und Tschüss!
HENRY

P.S. Es kommen in den nächsten Tagen noch der ein oder andere Post online, haltet also die Augen auf :)

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